Wer genuegend potenz besitzt...
Projektbeschreibung "Linux-Kurs":
Im November 2001 lud Almut
Juerries zu einem offenen Treffen eines ausserinstitutionell
organisierten Linux-Kurs ein. Bei den 3 Vortreffen Nov/Dez/Jan im BTR (BeTriebsRaum
der
Kunst, Wolfhagerstr. 109, Henschel-Werke) mit Tee und Weihnachtsstollen wurden
die
Bedingungen von Theorie und Praxis (Termine, Ort, Technikvorbereitung und -verteilung,
Erwartungen, Wuensche, Hoffnungen, Interessen, etc.), unter denen der Kurs stattfinden
soll,
von allen Beteiligten ausgehandelt. Unterschiedlichste Interessen wurden ausgesprochen:
"Mehr Sicherheit beim Surfen.", "Individuelles Arbeiten",
"Erweiterung der Moeglichkeiten,
mit Computer umzugehen.", "Berufliches Umsteigen auf ein freies (nicht-kommerzielles
?)
Betriebssystem", "Gemeinschaftliches digitales Arbeiten", "Laesst
sich die Idee eines
offenen Quellcodes auf die Form von Wissensvermittlung/-aneignung uebertragen
?", "Was
bedeutet Freie Software ? Und was bedeutet sie und ihre Lizensierung (GNU-General
Public
License) fuer die Aneignung von Herrschaftswissen ?", "Linux pour
Linux", etc.
(-> Textbeitraege der einzelnen
TeilnehmerInnen).
Die Vortreffen fanden zunaechst in immer unterschiedlicher Besetzung statt (insg.
ca. 20 Leute,
von denen sich schliesslich 10 fuer den Kurs entschieden). Projektantrag an
der
Gesamthochschule Kassel von 1800DM wurde positiv bestaetigt. Ein Linux-Experte
aus
Goettingen, der aus Krankheitsgruenden spaeter durch Oliver Cott spontan ersetzt
werden
konnte, bot sich an, sein Wissen zum Selbstkostenpreis zu vermitteln.
Vom 22.2. - 15.4.2002 jeden
Freitag 16.00uhr & Sonntag 14.00uhr (open end) Treffen in der
Erzbergerstr. 39, 1. Stock in einem 25qm grossen Zimmer mit Heizung und 2 Fenstern.
Vorhandene Technik: 5 Computer/
2 Laptops + Linuxserver; Betriebssystem SuSE 7.3 (von Nimet),
SuSE 7.2 (Klaus), Kueche, Getraenke (Kirsten), Anwenderbuecher (oliver);
(pict)
(audio)
Erster Teil:
Basics: "Wie funktioniert ein Computer ?" Hardware technischer Aufbau;
"Was geschieht
beim Hochfahren des Computers ?"
Tee trinken & viele Gespraeche
Zweiter Teil:
Installation des Betriebssytems auf seamtlichen Computern
Tee trinken, kochen & viele Gespraeche
Dritter Teil:
Konfiguration der Programme und hardware-Komponenten (Drucker, Netzwerkkarten,
etc.)
Tee trinken & viele Gespraeche
Vierter Teil:
Netzwerk: Local area Network (LAN): "ping me !"
Tee trinken & viele Gespraeche
mailing list: btr02@yahoogroups.com (to subscribe: btr02-subscribe@yahoogroups.com)
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Termin: # Vorstellen des Linux-Kurses und
der diversen Ansaetze mit allen TeilnehmerInnen:
07.Juni.2002 20.00uhr in den Raeumlichkeiten von "Koebberling
Elektronik" Schillerstr.28, KS
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Untersuchung der GNU- General Public License und Linux als Freies Betriebssystem (Linux book 6.4):
Verquickung von Inhalt und Form beim Kurs ( 1 Ansatz) :
1. Linux-Betriebssystem + Schreib- und Denkweise (kommunikationssystemisch)
2. GNU-GPL: Linux´ polit. Anspruch + Umsetzung in der Art der Wissensvermittlung/
-aneignung, sozialer Kommunikationsraum.
Warum gerade da ? Um was fuer ein Wissen handelt es sich bei Linux ? Weil es
sich bei dem Wissen ueber Programmierung um Herrschaftswissen handelt.
Im Vorwort der Lizenz wird das Wort "Freiheit" immer wieder betont;
welche Bedeutung
kommt ihm hier zu ? Inwiefern frei ? Was hiesse unfrei ? Wie organisieren sich
Linux und GNU ?
In welchem Sinne ist Linux frei ?
Ziel der GPL ist die Verrechtlichung eines freien Status und die Sicherung von
gemeinschaftlicher Nutzung + Wiederverwendung;
Nicht-proprietaere Software wird zu Herstellungs-/Selbstkosten verkauft; sie
ist medial
reproduzierbar; copyrightfrei; heisst das im Benjaminschen Sinne, dass es kein
Original mehr gibt ?
Das Wissen zur Programmierung, also zur Herstellung des Quellcodes von Kernel
und
Anwendersoftware, liegt offen/ ist "lesbar", ist also potentiell individuell
variier- und
formbar und bei in Besitznahme zur Vervielfaeltigung freigegeben. Allerdings
setzt die
Moeglichkeit der Umgestaltung und individuellen Nutzung voraus, dass man bereits
in Besitz
seiner Arbeitskraft, (Geld, Zeit, Raum, Technik, etc.) ist. Unterstuetzend werden
dazu
Seminare in der Villa Vogelsang oder man kauft sich mit Geld (2000-4000Euro
/ Kurs) das
Wissen, um schliesslich unter grossem Zeitaufwand kleinste Teile veraendern
zu koennen.
Allerdings sorgt die corporate identity des Labels "Freie Software",
die sich durch ihre
"Oeffentlichkeit" sehr weit verbreitet und nicht nur auf eine Firma
beschraenkt bleibt, fuer
eine grosse "Linux-/Freie Software-Gemeinschaft", die teilweise mit
ideologischem Ansatz
Material und Wissen spendet.
Das Herrschaftswissen wird in diesem Falle u.a. preisgegeben, weil das System
der
intellektuellen Aktivitaet freier Mitarbeitern, der die Entwicklung vorantreibt,
zu einem
gewissen Maase bedarf. Bei der Kernelherstellung von Linux bedeuted das, dass
die
Institution gleichzeitig dafuer sorgen muss, dass es nicht durch eine sich vergroessernde
Mitarbeiterschaft zu einem totalen Ueberfluten der zentralen Stelle kommt; Mitarbeiter
der
Firma muessen sich dazu Selektionskritierien einfallen lassen, nach denen die
Anfragen und
Vorschlaege zur Verbesserung desKkernels bearbeitet werden koennen. diese Mitarbeiter
muessen bezahlt werden, was wiederum den Druck auf das Label wachsen laesst.
Linux:
Durch die Ver-oeffentlichung, also mit der Aneignung von Herrschaftwissen (nicht
der
Umverteilung der materiellen Produktionsmittel), kommt es zu einer Macht- und
Hierarchieverschiebung und Verbreiterung der zentralisierten Macht, die, so
lange sie
Institution - im Gegensatz zum open label - bleibt, immer auch zentralistisch,
beschneidend,
grenzziehend wirken muss: Das Wissen zur Herstellung Freier Software wird zwar
potentiell
"lesbar" gemacht, um die Anwendung zu veroeffentlichen und beschneidet
damit die zentral
-wirtschaftliche Herrschaft der Grossinstitutionen/-unternehmen, steigt dabei
aber gleichzeitig
zu einem solchen auf: indem es die Oeffentlichkeit institutionalisiert und die
Kontrolle
darueber zu behalten versucht. Dazu wird ein Label benoetigt, zb. auf die Verbreitung
des
Kernels unter dem Linux-Label.
Die Organisation des Labels schafft dessen Umriss/das Profil: das imaginaere
Bild/Phantasma, das mensch von einer Ware/Insitution im Kopf hat, den spektakulaeren
Gehalt.
Andersrum beeinflusst das Profil des Labels dessen Organisation, indem es deren
Grenzen
und (kommerzielle) Strukturen bestimmt und festlegt. Im Falle Linux bedeuted
das zb., um
ein marktfaehiges Produkt zu bleiben, muss es Unueberschaubarkeit im Angebot
vermeiden.
"Qualitaetssicherung". Ein Label bedarf einer zentralen Institution,
die es eindeutig macht;
eine zentrale Institution, die sich finanzieren muss, bedarf eines Labels, um
Geldstroeme zu
kontrollieren/kanalisieren.
GNU-GPL:
Durch die Lizenzeinschraenkung zur "Freiheitssicherung" (ein ©
auf die ©-freiheit) lassen
sich potentiell die Rollen von Produzent und user/Konsument vertauschen (Publikum-Autor).
Das © beschreibt/ festschreibt nicht nur den Besitz der Software, sondern
auch die
Verrechtlichung der beschraenkten Nutzung. Proprietaere Software verrechtlicht
die
Privatisierung; die GPL dagegen verrechtlicht die Ver-Oeffentlichung (und schreibt
mit dem
© ausserdem noch den Besitz der Lizenz fest) .
Liesse sich diese Organisation und die Freiheitssicherung des zur Programmierung
noetigen
Wissens also auf saemtliche Wissensbereiche uebertragen ?
Letzter Abschnitt:
"Diese General Public License gestattet nicht die Einbindung des Programms
in proprietaere Programme. Ist Ihr Programm eine Funktionsbibliothek, so kann
es sinnvoller sein, das Linken proprietaerer Programme mit dieser Bibliothek
zu gestatten. Wenn Sie dies tun wollen, sollten Sie die GNU Library General
Public License anstelle dieser Lizenz verwenden."
Hier die Funktionsbibliothek: ->Infopool