just do it (timetable - seminar)

Städtisches Handeln
in Theorie, Praxis und konkreten Aktionen

Interdisziplinäres Projekt mit Martin Kaltwasser (Berlin) an der Kunsthochschule Kassel im Sommersemester 2002 für alle Studiengänge der KhK sowie der GhK und alle Interessenten, die leidenschaftlich gerne städtisch handeln (würden)

Inhalte
Der Begriff der "Öffentlichkeit" und seine Neudefinition - Kommunikatives, öffentliches Handeln im Medienzeitalter - Die Umwertung der Arbeit - Die Randgesellschaft - Die Inszenierung des Alltags - Ästhetisierung der Politik - Künstlerische Interventionen und Alltagskultur - Zentrum und Peripherie - temporäre Umwandlungen - Festivalpolitik und Großkultur - städtische Handlungstechniken und -grundlagen

Anhand der turnusmäßig wiederkehrenden Documenta-Ausnahmesituation in Kassel können exem-plarisch Phänomene festgestellt und diskutiert werden, die im Zusammenhang mit einer kritischen Theorie von Stadt, deren Gestaltung, und Standortpolitik relevant sind. Man kann anhand dieses Bei-spiels eine Gegenüberstellung von temporärem Zentrum (Documenta) und ansonsten alltäglicher Stadt (Kassel) bzw. alltäglicher Peripherie diskutieren. Die Documenta als etablierter Bestandteil einer kritisch zu betrachtenden Festivalisierung der Stadtkultur - demgegenüber stehen städtische Alltagsphänomene wie Randgesellschaft, soziale und strukturelle Brachen, die zunehmend aus dem öffentlichen Bewußt-sein gedrängt oder für eine Politik der Abschottung und Kriminalisierung instrumentalisiert werden. Insofern lohnt eine Analyse des in diesem Sinne zielgerichteten (Documenten-) Kultur- und Kunst-managements, und des Umgangs mit städtischem (und peripherem) Raum unter den Bedingung-en von Beschleunigungsgesetzen bei Großevents und Massenereignissen. Dabei ist eine kritische Bezugnahme auf die sich verändernde Stadt und deren Auflösung in das Umland beziehungsweise dieVerschmelzung von Stadt und Peripherie vor dem Hintergrund ohnehin schrumpfender Städte notwendig.

In Form dieses Projektes erhalten StudentInnen und andere interessierte urbane AktivistInnen Hilfestellung bei ihrer künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Medium "Aktion" innerhalb einer kritischen (Stadt-) Theorie. Das Projekt dient als kritischer Resonanzraum sowie als Kommunikationsstätte für Konzepte und Ideen. Dazu gibt es logistische, personelle und ideelle Begleitung für Aktionen und Ideen, die als Interventionen im städtischen Raum kritisch, wild und subtil mit demselben umgehen.

Auftaktveranstaltung
Mittwoch, 17. & 24. April 2002 16.00 Uhr
Seminarraum der Kunsthochschule Kassel
Menzelstraße 13-15 34109 Kassel

kontakt: m.kaltwasser@web.de

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