Ich bau mir eine B-kademie
Projektantrag fuer das Sommersemester 2002


Hintergrund:
Dieses Projekt geht aus dem zum Wintersemester beantragten "Linux-Kurs" als sich erweiterndes Projekt hervor.
Der Kurs zeichnete sich als studentisches Projekt dadurch aus, dass es sich von saemtlichen Institutionen lossagte
und Konzept und Ziel selbst, also hervorgehend aus den allen TeilnehmerInnen, gestaltete. Kollektiv-Arbeit hat
seit den 70ern stark gelitten; kaum noch Firmen koennen sich unter dem Spezialisierungs- und Profilisierungszwang
davon Abstand nehmen, in letzter Instanz nicht doch zu zentralisieren. Selbst die Ansaetze des "open Space" sind
Begriffe der New Economy und existieren nur aus Gruenden der Effektivitaet- und Leistungssteigerung.
Aber der Markt ist weit. Gerade was outscourcing angeht, bestaetigt sich die Annahme, dass der spekulative und
spektakulaere Gehalt von Firmen und Institutionen rasant zunimmt und auf soziale Raeume und Staetten der
Wissensvermittlung uebergreift.
Andere Institutionen, die zunaechst nicht direkt an den Markt gebunden sind, leiden darunter, sich als
existenzberechtigt zu rechtfertigen. Auf der anderen Seite nimmt damit natuerlich der buerokratistische und
informationstechnologische Anteil der Ausgaben zu, was sich wiederum auf das oekonomische Potential der
Bildungsstaetten und die Finanzierung von studentischen Projekten negativ auswirkt.
An diesem Widerspruch moechten einige Kasseler StudentInnen ansetzen, um einerseits Definitionsverschiebungen
von Begriffen durch die Oekonomisierung von Bildungsstaetten und sozialen Raeumen zu karthographieren und und
solche wie corporate identity, Sachzwaenge, Profilisierung, Lobbying in ihrem gesellschafts-, kultur- und vor allem
bildungspolitischen Kontext durch Strukturanalysen kritisch in Frage zu stellen. Andererseits werden die verdraengten
idealistische Versuche, utopistischen Strategien und kritischen Ansaetze und Techniken neu erfragt. "Was ist Wissen ?
Wie haengen Form der Vermittlung und deren Inhalt zusammen ?"

Projekt B_kademie:
Die "B_kademie" ist ein ernsthafter evaluistischer, aber auch experimenteller Versuch, eine andere Art der
Universitaet/Schule/ etc. sich zu erdenken (Ansaetze: Paul Good "Ideen einer alternativen Akademie" - Vortrag an
der Kunsthochschhule 2001; "Handbuch zur Demokratisierung der Hochschule" von Stephan Leibfeld (Hg.)).
Um eine kritische Distanz zu dem Vorhaben zu bekommen, wird das open/public (copyright freie) Label "Standort0"
genutzt. Dieses ist der theoretische Begriff einer zu abstrahierenden Raumkonstruktion, deren Inhalt sich im jeweils
zeitlichen und aesthetischen Kontext ergibt.
Mit ihm sollen diverse virtuelle, symbolische und reele Raeume aufgesucht, die entweder temporaer errichtet ( wie
bei saemtlichen Veranstaltungen, (Gross)Events und Veranstaltungen im (halb)oeffentlichen Bereich, are(n)a, LAN,
(check diskussion -> public domain http://www.standort0.de)) oder unter laengerfristig angelegten Labeln zu
privatisierten/ halboeffentlichen Raumkonstruktionen wie "we are one family"-Universitaeten wurden; letztere werden
meist in der Eigenschaft, Promotionmedium zu sein, als outsourcing-Potential kommerzieller Institutionen benutzt.
(Kultursponsoring im Unterschied zum Wohnung mieten)...
Angedacht und in Vorbereitung begriffen sind ein Infopool, der Bibliothek und Kommunikationsraum miteinander
verbindet. Er wird von Juni-August im ehemaligen Elektronik-Geschaeft "Koebberling" (Schillerstr. 28, Ks) offen
fuer alle Interessierten zugaenglich sein und auch digital zu erreichen sein.
Er bildet die Basis und Informationstool fuer diverse Veranstaltungen, die in dieser Zeit stattfinden werden.
Thematisch und kooperativ-partizipatorisch docken am Inf0pool auch die Seminare der Kunsthochschule Kassel:
JUST DO IT ! (Martin Kaltwasser) und open space/ open content (Matze Schmidt) an.
Ebenso moechte sich das Projekt "B_kademie" bei dem "Wettbewerb": "evolutionaere zellen - selbstbeauftragtes
Gestalten gesellschaftlicher Perspektiven"
(Berlin, August) bewerben.

Finanzierung:

(demnaechst)